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So zielen Sie richtig

Zielbild_lp2

Das perfekte Zielbild mit der Match-Luftpistole: Das Auge wird auf das Korn fixiert, so dass dieses scharf und die davor liegende Kimme noch einigermaßen scharf erkannt werden. Das Korn und die Kimmen-Oberkante bilden eine unsichtbare, aber gut kontrollierbare waagerechte Linie.

Die Kornbreite entspricht in etwa der angezeigten Breite des Scheibenspiegels (das „Schwarze“), etwa wie der kleine Buchstabe i mit seinem Punkt. Die Lichthöfe links und rechts vom Korn sind schmal, aber breit genug, um die Seitenkontrolle zu gewähren. Je nach Schießstandbeleuchtung kann man mit breiteren oder schmaleren Höfen die Lichtverhältnisse ändern (Kimmeneinschnitt-Breite und ggf auch –Tiefe ändern, je nach Waffentyp). Der sichtbare Abstand zwischen dem Spiegel und der Kornoberkante sollte je nach Kondition und Trainingsstand eingehalten werden können – wir gehen auf unseren Zielbildern von etwa zwei Ringen Abstand aus. Man sollte nur bei den unvermeidlichen Schwankungen den Spiegel nicht mit dem Korn berühren, weil dies die Gefahr von Zielfehlern erhöht. Daher gibt es beim Pistolenschießen auch keinen Haltepunkt, sondern einen kleinen oder größeren Halteraum, je nach Können.

Für alle folgenden Zielbilder gilt: Die Visierung ist so justiert, dass zwei weiße Ringbreiten zwischen der Kimmenoberkante und dem Spiegel liegen. Wer lieber drei Ringe „Luft“ dazwischen mag, möge sich die Zielbilder entsprechend umdenken.

Zielbild_LP_Perfect

 

Das perfekte Zielbild eines sehr guten Schützen, mit einer SCATT-Bewegungskurve, die die Bewegungen von oben in den Halteraum und dort das Auslösen und den Treffer anzeigt.

 

Zielbild_LP_Halteraum_gross

 

Bei Einsteigern wird die Bewegungskurve noch wie hier aussehen. Der Kreis zeigt den Halteraum, etwa mit dem Durchmesser des Achter-Rings und entsprechenden Schwankungen horizontal und vertikal – das macht nichts, der Halteraum wird im Laufe des Trainings kleiner, die Treffer besser.

 

Zielbild_LP_Perfect_Halteraum_klein

 

Der geübte Schütze schwankt in etwa im Durchmesser des Neuner-Rings, und dies auch ruhig und gleichmäßig. Die Bewegung in den Halteraum erfolgt mit dem Ausatmen senkrecht von oben, der Druckpunkt-Widerstand ist fast überwunden, der Schuss bricht rasch.

 

Typische Zielfehler:

Falscher Fokus

Zielbild_LP_Falsch

 

Die gesamte Visierung bleibt unscharf, weil der Fokus des zielenden Auges vorn auf der Scheibe verweilt. So lässt sich kein Zielfehler erkennen und auch kein sicherer Schuss abgeben. Man sieht allenfalls rasch, wo der Ausreißer landet.

 

Vollkorn

Zielbild_LP_Korn_hoch

 

Hier hält zwar die Kimmenoberkante den korrekten Abstand zum Spiegel, aber das Korn ragt oben heraus und tangiert sogar den Spiegel. Da man diese feine Trennung nicht kontrollieren kann (schwarzes Korn auf schwarzem, dazu unscharfem Hintergrund), gibt es bei gleicher Visiereinstellung wie sonst eben Hochschüsse.

 

Feinkorn

Zielbild_LP_Korn_tief

 

Auch hier stimmt nur die Höhe der Kimmenoberkante. Das Korn hingegen sackt im Kimmeneinschnitt nach unten, es gibt keine Kontrollmöglichkeit mehr. Dieser Fehler passiert häufig bei Konditionsmangel, zu vorderlastiger Pistole oder bei zu langem Zielen. Auch hier stimmt nur die Höhe der Kimmenoberkante. Das Korn hingegen sackt im Kimmeneinschnitt nach unten, es gibt keine Kontrollmöglichkeit mehr. Dieser Fehler passiert häufig bei Konditionsmangel, zu vorderlastiger Pistole oder bei zu langem Zielen.

 

Korn verklemmt nach links / rechts

Zielbild_LP_Korn_linksZielbild_LP_Korn_rechts

 

Die Höhe von Kimme und Korn im Verhältnis zum Scheibenspiegel stimmen hier zwar, nicht aber die Seitenausrichtung des Korns und damit der Pistole. Die beiden Lichthöhe sind unterschiedlich breit, der im Gehiern verankerte Symmetriesinn kann die Breite der beiden Spalte nicht vergleichen. Als Resultat liegen die Schüsse alle auf der richtigen Höhe der Zehn, aber links bzw. rechts außen im Achter-Ring.

 

Zielbild zu hoch

Zielbild_LP_Visier_hoch

 

Eine oft unerkannte Gefahr beim Zielen besteht darin, dass die Symmetrie des Zielbilds von Kimme und Korn zwar stimmt, also das Korn mittig und oben abschließend im Kimmeneinschnitt ruht. Aber diese an sich perfekte Visierung steht nicht korrekt im gewünschten Halteraum – sondern wie hier etwa direkt den Spiegel berührend. Wegen des fehlenden Kontrasts (das Auge sollte ja immer das Zielbild und nicht die Scheibe scharf sehen) sitzen die Treffer entsprechend oberhalb der Zehn im Neuner-Ring.

 

Leichte Tiefschüsse

Zielbild_LP_Visier_tief

 

Auch dieses perfekte, aber zu tief sitzende Zielbild führt zu eng beieinander liegenden Treffern (gutes Abziehen vorausgesetzt) – aber eben unterhalb der Zehn. Oft zu beobachten bei zu langem Zielvorgang, wenn die Waffe schon aus Konditionsgründen absackt. Das Wieder-Anheben kostet immense Kraft, klappt selten und führt ab und zu auch zu Ausreißern nach oben, wenn das Handgelenk beim Abziehen aus Verzweiflung gegendrückt. Also eher absetzen!

 

Seitliche Abweichungen

Zielbild_LP_Visier_links

 

Ein perfektes Zielbild, aber (zumindest im Augenblick des Auslösens) nicht im Halteraum, sondern auf richtiger Höhe links versetzt in der Acht. Solche Gruppen deuten, wenn die Schüsse eng zusammenliegen, auf eine nicht sauber eingerichtete Null-Stellung zur Scheibe hin: Die Pistole wurde nicht bewußt nach links gedrückt, sondern der Körper war nicht exakt auf die Scheibe ausgerichtet. Abhilfe: eine winzige Korrektur des hinteren Standfußes (der linke bei Rechtsschützen) um etwa 1-2 cm im Uhrzeigersinn.

 

Zielbild_LP_Visier_rechts

 

Wie vor, aber nun ist die Null-Stellung um 1-2 Ringe zu weit nach rechts ausgerichtet. Abhilfe: eine winzige Korrektur des hinteren Standfußes (der linke bei Rechtsschützen) um etwa 1-2 cm gegen den Uhrzeigersinn – der äußere Anschlag sollte also etwas „steiler“ zur Scheibe ausgerichtet werden.

 

Verkantungen

Zielbild_LP2_kanting_links

Das Auge und der Symmetriesinn im Gehirn sind darauf trainiert, feinste Abweichungen des ja eigentlich groben (und dadurch gut kontrollierbaren) Zielbilds aus Kimme, Korn und Scheibe festzustellen. Dazu zählt auch das Waagerecht-Halten der Kimmen-Oberkante samt Korn. Trotzdem findet man immer wieder Schützen, die die gesamte Pistole in der Längsachse neigen und somit „verkanten“. Da sich dieser Winkel schlecht oder gar nicht gleichmäßig von Schuss zu Schuss wiederholen lässt, schleichen sich hier Trefferabweichungen ein (hier leicht nach links und etwas tief). Am häufigsten geschieht das bei Rechtsschützen durch Kippen nach links – meist wegen mangelnder Arm-Kondition. Abhilfe: konsequentes Halte- und Zieltraining auf eine Trainingsscheibe mit waagerechtem Balken.

 

Zielbild_LP2_kanting_rechts

 

Das Verkanten nach rechts findet man logischerweise oft bei Linksschützen, aber auch bei Frauen und Mädchen im Rechtsanschlag, wenn der Ellbogen-Bereich bei gestrecktem Arm überdehnt wird. Da dies „naturbedingt“ ist, kann man den Zielfehler nur durch konsequentes Beobachten und Korrigieren beheben.